Grafik mit dem Schriftzug 'BLOG' auf rotem Hintergrund mit Bokeh-Effekt

Warum Stottern nicht nur ein Sprachproblem ist – und wie Logopädie hilft

12. Dezember 2025

„Ich … ich … möchte gerne … bestellen.“ – Wer stottert, kennt diese Momente: Die Worte sind da, doch sie wollen nicht fließen. Stottern ist weit mehr als eine Sprachstörung – es beeinflusst Selbstvertrauen, soziale Kontakte und sogar Berufschancen.

Doch es gibt Wege, damit umzugehen.

Als Logopädin in Oschersleben begleite ich Betroffene jeden Alters dabei, flüssiger zu sprechen und sicherer zu kommunizieren.

 

Stottern: Was passiert da eigentlich?

Stottern ist eine Kommunikationsstörung, bei der der Redefluss unterbrochen wird.

Typisch sind:

  • Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern („Ma-Ma-Mama“)
  • Dehnungen („Mmmmmilch“)
  • Blockaden (plötzliche Sprechpausen, als würde „nichts gehen“)
  • Mitbewegungen (z. B. Blinzeln, Fußwippen) oder Vermeidungsstrategien (Wörter ersetzen, Schweigen)

Ursachen sind komplex: Veranlagung, neurologische Faktoren und psychische Belastung spielen eine Rolle. Wichtig zu wissen: Stottern ist keine Frage der Intelligenz – und es ist nicht einfach „wegzutrainieren“. Doch mit der richtigen Therapie lässt sich der Redefluss deutlich verbessern.

 

Wie Stottern das Leben beeinflusst

Stottern hat oft unsichtbare Folgen:

  • Soziale Ängste: Betroffene vermeiden Gespräche, Referate oder Telefonate.
  • Berufliche Hürden: Bewerbungsgespräche oder Meetings werden zur Herausforderung.
  • Selbstzweifel: „Warum schaffe ich das nicht?“ – obwohl die Gedanken klar sind.
  • Mobbingerfahrungen: Besonders Kinder leiden unter Spott, was das Stottern oft verschlimmert

Gute Nachricht: Mit Logopädie und Strategietraining können Betroffene lernen, gelassener zu sprechen – und ihr Stottern als Teil ihrer Persönlichkeit zu akzeptieren.

 

Logopädie bei Stottern: Was bringt die Therapie?

In der Logopädie arbeiten wir individuell und alltagsnah an folgenden Zielen:

  1. Flüssigkeitstechniken: Atemübungen, sanfter Stimmbeginn und Sprechrhythmus trainieren.
  2. Desensibilisierung: Ängste vor Sprechsituationen abbauen (z. B. durch Rollenspiele).
  3. Akzeptanz stärken: Stottern als Teil des Sprechens annehmen – ohne Scham.
  4. Kommunikationsstrategien: Lernen, wie man trotz Stottern klar und selbstbewusst rüberkommt

Für Kinder steht oft das spielerische Üben im Vordergrund, für Erwachsene der praktische Transfer in Beruf und Alltag.

 

5 Tipps für Betroffene und Angehörige

  1. Geduld haben: Stottern ist kein „Fehler“, sondern eine Herausforderung wie jede andere. Druck verschlimmert es oft.
  2. Aktives Zuhören: Unterbrechen Sie nicht, sondern geben Sie Zeit zum Sprechen.
  3. Augenkontakt halten: Zeigen Sie, dass der Inhalt zählt – nicht die Flüssigkeit.
  4. Üben, üben, üben: Kleine Sprechsituationen (z. B. Bestellen im Café) bewusst trainieren.
  5. Professionelle Hilfe suchen: Logopädie kann Lebensqualität zurückgeben – je früher, desto besser!

 

„Ich stottere – und das ist okay.“

Viele Betroffene berichten: Nicht das Stottern selbst ist das Problem, sondern der Umgang damit.

Therapie hilft, Sicherheit zu gewinnen – ob im Job, in der Schule oder im Privatleben. Prominente wie Bruce Willis oder Ed Sheeran zeigen: Stottern muss kein Hindernis sein.